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Eine Woche allein – Bericht meiner Auszeit

Schon länger hatte ich mir vorgenommen, einfach mal alleine zu verreisen. Mit allem, was in diesem Jahr bei mir passiert ist, war es dann höchste Zeit, den Plan endlich umzusetzen. Also plante ich meine Auszeit: Eine Woche, nur für mich. Und zwar nicht als Städtetrip-Urlaub, um etwas zu besichtigen. Auch nicht um zu arbeiten. Oder um einem straffen Programm zu folgen. Mein Plan war es, bewusst „nichts zu planen“ und einfach Zeit für mich zu haben. Um zur Ruhe zu kommen, zu lesen, die Natur zu genießen, nachzudenken und wichtige Entscheidungen für mich zu treffen. Und wie soll ich sagen: Es hätte keinen besseren Plan geben können. Und der Vorsatz steht, das jedes Jahr zu wiederholen. Heute möchte ich euch ein bisschen davon erzählen, da mich super viele Fragen erreicht haben, wie die Erfahrung für mich war.

Zum ersten Mal eine Woche allein

Es war tatsächlich das erste Mal, das ich allein verreist bin, mit dem Ziel auch wirklich allein zu sein. Also zählt zum Beispiel nicht mein Auslandssemester in Dublin, wo ich natürlich alleine hingereist bin, aber vor Ort sofort Anschluss gesucht und gefunden habe. Es ging diesmal tatsächlich darum, einfach mal allein zu sein. Ich persönlich liebe es im Allgemeinen, auch mal Dinge allein und nur für mich zu machen, deshalb war das Gefühl für mich nicht ganz neu. Trotzdem war es das erste Mal, wo ich wirklich 7 Tage am Stück nur für mich war.

Ganz allein auf eine einsame Hütte zu fahren war mir für das erste Experiment etwas zu extrem, deshalb habe ich mich für ein Hotel auf dem Land entschieden. So hatte ich zwar Leute um mich herum, konnte aber trotzdem für mich sein und die Umgebung war abgelegen genug, um wirklich zur Ruhe zu kommen. Was ich die Woche am meisten genossen habe, war es, jederzeit wirklich nur das zu machen, worauf ICH Lust hatte. Ohne es jemandem mitzuteilen, ohne mich mit jemandem abzustimmen, ohne es jemandem recht machen zu wollen. Schon nach dem ersten Tag hatte ich dadurch das Gefühl, tiefenentspannt zu sein.

Das faszinierendste an der Erfahrung war für mich, dass es tatsächlich so ist, wie ich es oft gelesen oder gehört hatte: Wenn man wirklich mal länger alleine ist (und sich nicht durch zu viel Programm ablenken lässt), kommt man so richtig bei sich an und kann in seine Gedanken- und Gefühlswelt eintauchen. Dass das nicht immer nur angenehm und lustig ist, hatte ich mir schon davor gedacht. Trotzdem habe ich in der einen Woche so viel über mich gelernt und verstanden, wie schon lange nicht mehr.

Keine Mails, kein Instagram, kein Netflix.

Das zweite Experiment, das ich neben dem Alleinsein in der Woche gemacht habe, war meine „Bildschirmzeit“ und „Online-Zeit“ extrem zu reduzieren. Das hatte ich mir gar nicht unbedingt so sehr vorgenommen. Doch als ich mich bei meiner Ankunft im Hotel dabei erwischte, wie ich Instagram öffnete und darin herumscrollte, hatte ich das Bedürfnis, die App für die Woche vom Handy zu desinstallieren. Auch in mein E-Mail Postfach habe ich nur ein einziges Mal geschaut, Fernseher und Netflix blieben alle 7 Tage aus. Das erstaunliche war, dass ich mir das aber wie gesagt nicht vorgenommen oder „auferzwungen“ hatte, sondern dass das spontan aus der Situation und meinem Gefühl heraus entstand. So war es für mich auch sehr überraschend, wie wenig es mich störte und wie leicht es mir fiel, meine sonstigen Angewohnheiten abzulegen.

Die meiste Zeit des Tages hatte ich mein Handy außerdem im Flugmodus und nahm diesen nur bewusst heraus, wenn ich etwas googlen oder WhatsApp nutzen wollte – denn den Kontakt zur Außenwelt wollte ich dann doch nicht ganz abbrechen ;)

Was ich aus der Erfahrung mitnehme

Nachdem ich gemerkt habe, wie gut mir diese Auszeit getan hat, habe ich mir überlegt, welche Punkte ich in meinen Alltag integrieren möchte, um ein bisschen von der Entspannung und der inneren Ausgeglichenheit beizubehalten. Folgendes kam dabei raus:

  1. Viel weniger „Bildschirmzeit“. Als ich gemerkt habe, wie wenig es mir fehlt, andere Instagram-Stories anzusehen und ewig lang in der App herumzuscrollen, habe ich mir fest vorgenommen, mein Handy viel bewusster zu nutzen. Seitdem habe ich es grundsätzlich im Flugmodus und schalte diesen nur aus, wenn ich einer bestimmten Tätigkeit nachgehen möchte (z.B. jemandem schreiben, anrufen oder eine Instagram-Story für euch hochladen, etc.). Auch wenn ich unterwegs oder verabredet bin, versuche ich, nicht zwischendurch aufs Handy zu sehen (außer ich erwarte eine wichtige Nachricht). Und beim U-Bahn oder Bus-Fahren mal alles um sich herum zu beobachten oder einfach aus dem Fenster zu schauen und seinen Gedanken nachzugehen fühlt sich im Moment so viel besser an, als „nutzlos“ am Handy zu hängen.
  2. Bewusst Zeit allein einplanen: Ich habe mir vorgenommen, immer mal wieder ein paar Stunden oder eine bestimmte Aktivität mit mir selbst einzuplanen. Denn wenn man darauf wartet, dass man irgendwann Zeit dafür hat, wird es meistens nichts.

Ich hoffe, du konntest von meinem Bericht auch ein bisschen etwas für Dich mitnehmen. Und vielleicht hast du ja auch Lust bekommen, mal eine kleine Auszeit mit dir selbst zu planen. Ich persönlich werde das nächstes Jahr mit Sicherheit wiederholen!

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Comments

  1. Das mit dem Flugmodus ist echt ein guter Tipp, den ich mal ausprobieren werde! Ich mache manchmal auch Digital-Detox-Tage, an denen ich weniger oder gar nicht online bin. Das tut richtig gut!
    Liebe Grüße
    Tatiana

  2. Hi Lea,
    im April war ich auch ganz alleine nach Prag verreist. Der Grund war der gleiche wie bei dir. Einfach mal für sich sein und seinen eigenen Tag gestalten. Zwar war es eine Städtereise und viel Trubel, dennoch war es genau das Richtige für mich. Alleine verreisen ist eine tolle Erfahrung auf sich selbst zu vertrauen und mit sich im Kontakt zu sein.

    Ich versuche ebenfalls das Handy öfters wegzulegen. Klappt an einigen Tagen super, an anderen wiederum lasse ich mich wieder davon ablenken.

    Liebe Grüße
    Chabi

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