Vielleicht willst du schon länger Handlettering lernen, siehst die ganzen schönen Sprüche auf Instagram, Pinterest und Co und denkst dir: Wie soll ich überhaupt anfangen? Die Frage kann ich gut verstehen, denn es gibt mittlerweile so viele Materialien und auch Alphabete und Techniken, dass es gar nicht so einfach ist, durchzublicken. Heute möchte ich dir einen Überblick darüber geben, was du wissen musst, um mit Handlettering zu starten, bevor du Lettering richtig lernen kannst.

Los geht’s erstmal mit ein paar wichtigen Begriffen rund ums Handlettering, um folgende Fragen zu beantworten: Was ist Handlettering überhaupt? Was gibt es für unterschiedliche Lettering Stile? Was ist Brush Lettering, und und und…

1. Handlettering – was ist das?

Handlettering

Handlettering ist der Überbegriff für alle Lettering-Arten und bezeichnet die Kunst des Buchstaben Zeichnens. Hier geht es darum, Buchstaben schön und kunstvoll darzustellen. Im Gegenteil zum Schreiben im Alltag malen wir also beim Handlettering die Buchstaben und lassen sie sehr langsam und kreativ entstehen. Handlettering ist erstmal mit jedem Stift auf jeder Oberfläche möglich (zum Beispiel auch mit einem Bleistift auf einem Zettel Papier). Am häufigsten verwenden wir für Handlettering allerdings Fineliner in unterschiedlichen Strichstärken.

 

Brush Lettering

Beim Brush Lettering arbeiten wir mit sogenannten Brushpens (Pinselstiften). Diese Lettering Art zeichnet sich durch den Kontrast zwischen dicken und dünnen Linien aus – ähnlich wie in der klassischen Kalligraphie. Diese bekommt man durch den Druck auf der Pinselspitze hin: Aufwärtsstriche sollten durch einen möglichst geringen Druck auf der Pinselspitze dünn, Abwärtsstriche durch einen möglichst festen Druck auf der Pinselspitze dick sein. Hier kommst du zu meinem Blogbeitrag mit Tipps und Übungen zum Brush Lettering lernen.

 

 Fake Calligraphy

Eine gute Alternative oder Vorübung für Brush Lettering ist die Fake Calligraphy Methode (auch Faux Calligraphy genannt): Hier arbeitest du mit einem Fineliner und verdoppelst alle Abwärtsstriche, um den Kontrast zwischen Aufwärts- und Abwärtslinien hinzubekommen. Eine genaue Schritt-für-Schritt Anleitung für die Fake Calligraphy Technik findest du in diesem Blogpost.

 

Lettering Stile kombinieren

Wenn wir ganze Lettering Sprüche gestalten, werden die verschiedenen Lettering Stile auch gerne kombiniert. So lassen sich Handlettering, Brush Lettering und Fake Calligraphy auch in einem Spruch kombinieren. Der Kontrast zwischen geradlinigen Druckbuchstaben und geschwungenen Script Alphabeten (Schreibschrift) wirkt dabei besonders stimmig. Handlettering Sprüche lassen sich außerdem wunderbar mit kleinen Dekoelementen wie Strichen, Pfeilen, Blättchen, usw. vervollständigen.

2. HANDLETTERING MATERIAL FÜR ANFÄNGER

Was das Material angeht, benötigst du am Anfang und für die ersten Lettering Versuche wirklich kaum etwas. Das richtige Papier, ein Bleistift, ein Radiergummi, ein Lineal, ein schwarzer Fineliner und ein guter Brushpen tun es zu Beginn sehr gut! Natürlich kann man das Material dann je nachdem erweitern, aber am Anfang musst du nicht unnötig viel Geld in Stifte investieren, wenn du Handlettering erst einmal ausprobieren möchtest! Als Fineliner empfehle ich dir z.B. den Pigment Liner von Staedtler* in einer Strichstärke von 0,2 bis 0,5 mm. Als Brushpen empfehle ich dir als Anfänger den Dual ABT Brushpen von Tombow*  oder den Edding 1340 Brushpen*. Die Investition lohnt sich auf alle Fälle, denn sie halten länger als billigere Varianten! Übrigens: Hier kannst du dir meinen kostenlosen Brush Pen Guide herunterladen. Beim Papier ist es ganz wichtig, dass du darauf achtest, dass du gestrichenes Papier nutzt: Hier empfehle ich dir zum Beispiel das Mondi Color Copy Papier (90g)*. Hier findest du einen sehr ausführlichen Blogbeitrag zum Thema Lettering Material für Anfänger.

3. HANDLETTERING LERNEN: ERSTE ÜBUNGEN

Bevor du dich genauer mit der Technik der Fake Calligraphy oder des Brush Lettering versuchst, möchte ich dir heute schon ein paar Basic Varianten vorstellen, dir du als Vorübung versuchen kannst. Wenn du mit dem Handlettering anfängst, ist es sehr wichtig, erstmal ein Gefühl für den Stift zu bekommen. Da hilft nur eines: Ausprobieren! Nimm am besten jetzt gleich einen Block Papier und einen Fineliner in die Hand und leg los:

Druckbuchstaben (Sans Serif)

Druckbuchstaben leben von ihrer Regelmäßigkeit: Achte darauf, dass Höhe, Breite und Abstände zwischen den Buchstaben so gleich wie möglich sind. Mal dir am besten mit einem Lineal und Bleistfit ein paar Hilfslinien auf den Block, damit die Höhe deiner Druckbuchstaben gleichmäßig bleibt. Mir persönlich hilft es, den Stift sehr steil zum Papier zu halten, um die senkrechten Linien wirklich gerade hinzubekommen. Insgesamt kannst du bei den Druckbuchstaben beliebig variieren: Mal nur Großbuchstaben, mal nur klein, mal gemischt. Auch mit der Breite und dem Abstand der Buchstaben kannst du etwas herum experimentieren.

Druckbuchstaben (Serif)

Eine mögliche Variante der Druckbuchstaben, ist, diese mit Serifen zu gestalten. Serifen sind die kleinen Querstriche an den Enden der Buchstaben. Sie lassen die Schrift etwas klassischer wirken, während serifenlose Schriften moderner aussehen. Die Serifen setzt du am besten immer im 90-Grad-Winkel an die Enden der Buchstaben. Auch hier gilt natürlich: Mit Abständen, Breiten, Größen kann zu Belieben variiert werden.

SCRIPT ALPHABET (SCHREIBSCHRIFT)

Das Script Alphabet ist beim Handlettering unsere klassische Schreibschrift. Sie ist das Fundament für Techniken wie Fake Calligraphy oder Brush Lettering. Beim Script Alphabet werden alle Buchstaben innerhalb eines Wortes miteinander verbunden. Achte darauf, die Buchstaben schön geschwungen zu gestalten und die Schlaufen (zum Beispiel beim L oder F) schön groß zu machen! Auch hier kannst du verschiedene Varianten testen: Du kannst zum Beispiel die Neigung der Schrift anpassen (besonders gerade oder besonders geneigt) oder damit spielen, dass nicht alle Buchstaben ganz gerade aneinander gereiht werden (das nennt man Bounce Lettering).

Nun wünsche ich dir viel Spaß beim Ausprobieren und einen guten Start ins Lettering! Wenn du Lust hast, regelmäßig kreativ zu sein, würde ich mich riesig freuen, dich bei meinem Creative Tuesday begrüßen zu dürfen: Ich gebe jeden ersten Dienstag im Monat ein kostenloses Kreativwebinar zu den Themen Lettering & Watercolor und wir machen kleine einfache Tutorials, die auch für blutige Anfänger geeignet sind! Hier geht’s zur kostenlosen Anmeldung.

Bis dahin, alles Liebe!

Deine Lea

*Das ist ein Affiliate-Link. Wenn du das Produkt über diesen Link bestellst, bekomme ich eine kleine Provision dafür. Du zahlst aber den gleichen Preis, wie sonst auch, also für dich kein Unterschied, außer, dass du mich unterstützt :)