Das Brush Lettering ist so ziemlich die Königsdisziplin beim Lettering. Denn hier arbeiten wir nicht – wie beim Handlettering – mit Finelinern, sondern mit Brushpens (auch Pinselstifte genannt). Diese Brushpens ermöglichen es, mit mehr oder weniger Druck dünne und dicke Linien zu erhalten. Doch wer es schonmal ausprobiert hat, weiß: Es ist gar nicht so einfach, wie es aussieht! Allen voran ist die richtige Stifthaltung ausschlaggebend für den erwünschten Erfolg beim Brush Lettering lernen. In diesem Artikel möchte ich dir die wichtigsten Grundlagen und ein paar Übungen ans Herz legen, die du als Anfänger machen kannst.

Was ist Brush Lettering?

Brush Lettering lebt von dem Kontrast zwischen dicken Abwärtsstrichen und dünnen Aufwärtsstrichen. Zur Erinnerung: Ein Aufwärtsstrich ist ein Strich, der in der Bewegung nach oben geht. Ein Abwärtsstrich ist dagegen ein Strich, der in der Bewegung nach unten geht. Im Gegensatz zur Faux Calligraphy, bei der wir diesen Effekt mit einem Fineliner nachahmen, entstehen beim Brush Lettering sowohl dicke als auch dünne Striche mit ein und demselben Stift – nämlich dem Brushpen. Dicke und dünne Striche steuern wir dabei mit dem Druck auf der Pinselspitze: Je mehr Druck wir auf die Spitze geben, desto dicker wird der Strich. Je weniger Druck wir geben, desto dünner der Strich.

Wie funktioniert Brush Lettering?

Hinter dem effektvollen Kontrast von Brush Lettering steckt folgende Technik: Wenn wir mit dem Stift in der Bewegung nach oben gehen, geben wir so wenig Druck wie möglich auf die Spitze – für möglichst dünne Striche. Wenn wir mit dem Stift in der Bewegung nach unten gehen, geben wir so viel Druck wie möglich auf die Spitze – für möglichst dicke Linien.

Welches Material brauchst du für Brush Lettering?

Fast noch wichtiger als der Brushpen ist beim Brush Lettering das richtige Papier! Denn die meisten Anfänger-Brushpens besitzen eine empfindliche Filzspitze, die schnell ausfranst, wenn du sie auf herkömmlichem Kopierpapier verwendest. Ich empfehle dir zum Üben oder zum Ausdrucken von Übungsblättern das Mondi Color Copy Papier*.

Als Anfänger Brushpen empfehle ich dir den Edding 1340 Brushpen oder den ABT Dual Brushpen von Tombow. In diesem Beitrag habe ich übrigens die besten Brushpens für Anfänger genau verglichen. Und vielleicht möchtest du dir auch meinen kostenlosen Brushpen Guide herunterladen: Dort findest du all meine Brushpen Empfehlungen inklusive Steckbrief und passendem Papier als PDF.

 

 

Die richtige Stifthaltung

Das A&O beim Brush Lettering ist die richtige Stifthaltung. Denn auch wenn du die Technik mit viel und wenig Druck verstanden hast, wirst du mit der falschen Stifthaltung spätestens bei Übergängen zwischen dicken und dünnen Linien kläglich scheitern. Das besondere an der Stifthaltung beim Brush Lettering ist, dass dein Stift von der Seite kommt (und nicht von unten). Die Spitze schaut also bei Rechtshändern zum linken Papierrand – bei Linkshändern zum rechten Papierrand. Diese Haltung ist zu Beginn etwas ungewohnt, es lohnt sich aber, wenn du sie dir von Anfang an angewöhnst! Als Anhaltspunkt achte ich immer darauf, dass mein Stift über dem Zeigefingerknochen geparkt bleibt (und nicht nach unten in die Mulde zwischen Daumen und Zeigefinger rutscht).

Erste Brush Lettering Übungen

Um den Umgang mit dem Brushpen zu üben, solltest du nicht sofort mit ganzen Buchstaben oder Wörtern loslegen. Starte lieber mit ein paar einfachen „Aufwärmübungen“:

Abwärtsstriche: Halte deinen Brushpen wie oben beschrieben und gib nun von oben bis unten viel Druck auf deine Pinselspitze. Das darf ruhig ein bisschen quietschen! Keine Angst, dein Stift geht bei der richtigen Stifthaltung und dem richtigen Papier nicht kaputt.

Aufwärtsstriche: In der gleichen Haltung gehst du nun von unten nach oben mit wenig Druck. Und zwar so wenig Druck wie möglich! Das ist gar nicht so einfach, weil du es nicht gewohnt bist, so wenig Druck auf einen Stift auszuüben. Deshalb ist es auch nicht schlimm, wenn die ersten Aufwärtsstriche etwas zittrig sind. Das legt sich mit der Zeit und Übung.

U-Kurven: Nun übst du den Übergang zwischen viel und wenig Druck. Du startest mit viel Druck nach unten und nimmst dann in der Kurve langsam den Druck von der Spitze. Dann gehst du (ohne vorher abzusetzen!) mit wenig Druck bis nach oben, um deine U-Kurve abzuschließen.

Diese Übungen solltest du so lange wiederholen, bis du dich mit der Stifthaltung sowie dem Druck auf der Spitze sicher fühlst. Erst dann solltest du zu ganzen Buchstaben und Wörtern übergehen!

Ich wünsche dir viel Erfolg beim Brush Lettering üben!

Bis dahin alles Liebe,

Deine Lea

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