Wenn du dich schon einmal mit Brush Lettering und Brushpens beschäftigt hast, weißt du: Es gibt unglaublich viele unterschiedliche Brushpens. Große, kleine, weiche, harte, wasserbasierte, alkoholbasierte, empfindliche und robuste Brushpens. Außerdem hast du bestimmt schon gehört, dass das richtige Papier das A und O beim Brush Lettering ist. Denn viele Brushpens besitzen eine empfindliche Spitze und fransen aus, wenn du sie auf dem falschen Papier verwendest. Andere Brushpens wiederum sind besonders „saftig“ und bluten auf bestimmten Papierarten aus. Es gibt also nicht nur ein richtiges Papier für Brushlettering mit Brushpens.

Damit du weißt, welcher Brushpen für welches Papier geeignet ist (und andersherum welches Papier du für deinen Brushpen brauchst), folgt hier ein ausführlicher Überblick.

Welches Papier für welchen Brushpen?

Die Wahl des richtigen Brushpens und des richtigen Papiers hängt von zwei Faktoren ab:

  • – Was hat mein Brushpen für eine Spitze? Ist sie besonders empfindlich oder eher robust?
  • – Wofür möchte ich den Brushpen verwenden? Reines Lettering, Farbverläufe und Blending oder gar Lettering im Aquarell-Look?

Damit du wirklich verstehst, was du beachten musst, gehe ich auf beide Faktoren im Detail ein. Beginnen wir also mit dem ersten Faktor:

1. Welches Papier braucht mein Brushpen?

Um zu wissen, welches Papier sich für deinen Brushpen eignet, musst du genau eine Sache wissen: Besitzt der Brushpen eine empfindliche oder eine unempfindliche, robuste Spitze?

Die meisten Brushpens (insbesondere jene, die sich für Anfänger eignen) besitzen eine ziemlich empfindliche Filzspitze. Diese franst aus, wenn du sie auf herkömmlichem Kopierpapier oder gar rauerem Papier (wie zum Beispiel Mix Media oder Aquarellpapier) nutzt. Bei diesen Brushpens ist es essentiell, dass du gestrichenes Papier (das ist der Fachbegriff für Papier mit einer besonders glatten Oberfläche) verwendest.

Brushpens, die unter die Kategorie „empfindliche Spitze“ fallen sind z.B. folgende:

Die genannten Brushpens solltest du also wie gesagt ausschließlich auf gestrichenem Papier verwenden. Hier folgen meine Empfehlungen für gestrichenes Papier:

Es gibt aber wiederum auch Brushpens, die weniger empfindlich sind, da sie zum Beispiel eine robuste Nylon-Spitze besitzen. Diese Brushpens kannst du nicht nur auf dem schon genannten gestrichenen Papier, sondern auch auf rauerem Papier (z.B. Karton, Kraftpapier oder auch Aquarellpapier) verwenden. Brushpens die unter diese Kategorie fallen sind
zum Beispiel:

Und dann gibt es auch noch Brushpens, die du eher nicht auf gestrichenem Papier, sondern optimalerweise auf Mix-Media oder satiniertem Aquarellpapier verwenden solltest. Tatsächlich sind manche Brushpens nämlich so „flüssig“, bzw. „saftig“, dass die Farbe sogar ausblutet, wenn man sie auf dem gestrichenen Papier verwendet. Letztere eignen sich aufgrund ihrer Beschaffenheit gut für Farbverläufe und Blending-Effekte. Unter diese Kategorie fallen unter anderem:

Meine Empfehlungen für Mix Media oder Aquarellpapier sind folgende:

Übrigens: Meine Brushpen Empfehlungen für Anfänger und Fortgeschrittene habe ich in meinem kostenlosen Brushpen Guide zusammengefasst, den du dir hier herunterladen kannst. Dort findest du für jeden Brushpen einen Steckbrief mit seinen Eigenschaften sowie den Hinweis zum richtigen Papier.

2. Welches Papier für welchen Effekt?

Die Wahl des richtigen Papiers (und der passenden Brushpens) hängt natürlich auch davon ab, welchen Effekt du erzielen möchtest. Geht es um reines Lettering? Möchtest du einen der vielen möglichen Blending-Effekte ausprobieren? Oder willst du Lettering mit Aquarell kombinieren?

Es gibt unzählige Möglichkeiten und für jede gibt es nicht nur eine passende Lösung. Das Ganze hat also viel mit Ausprobieren und auch mit deinen persönlichen Vorlieben zu tun. Im Folgenden möchte ich dir einen Überblick über einige der Techniken geben – inklusive passender Brushpen- und Papier-Wahl.

Ich möchte einen „einfachen“ Spruch lettern

In diesem Fall kannst du dich für deinen Lieblingsbrushpen entscheiden und das für den Brushpen optimalste Papier verwenden. Welches Papier zu welchem Brushpen passt, habe ich ja bereits im oberen Teil 1 erklärt.

Ich möchte Blending-Effekte und Farbverläufe kreieren

Blending-Effekte und Farbverläufe sind prinzipiell mit jedem wasserbasierten Brushpen möglich. Ich persönlich verwende für Blending folgende Brushpen-Papier-Kombinationen:

  • Bei Blending mit den Tombow ABT Dual Brushpens habe ich die besten Erfahrungen auf dem Tombow Zeichenblock Bristol* gemacht. Wichtig ist, dass das Papier gestrichen ist und eine hohe Grammatur hat (dick genug ist), damit es sich nicht gleich auflöst. Hier findest du Ideen zu Blending mit den Tombow Brushpens.
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  • Besonders geeignet für tolle Farbverläufe und Blending Effekte sind die Karin Brushmarker PRO. Diese sind besonders „saftig“ und haben außerdem eine unempfindliche Spitze. Am besten eignet sich hier entweder Mix Media Papier (z.B. von Canson*) oder satiniertes Aquarellpapier (z.B. Tombow Aquarellpapier*). Diese Papiere nehmen die Farbe gut auf, sind aber trotzdem von der Oberfläche her nicht zu rau.

Welches Papier für welchen Brushpen?

Ich möchte im Aquarell-Look lettern oder illustrieren

Wenn dein Lettering den transparenten Aquarell-Look haben soll, kannst du das prinzipiell mit jedem wasserbasierten Brushpen machen. Der Trick ist, dass du den Brushpen nicht direkt auf dem Aquarellpapier nutzt, sondern die Farbe z. B. auf eine Klarsichtfolie aufträgst. Von dort aus nimmst du sie dann mit einem Aquarellpinsel oder einem Wassertankpinsel auf und arbeitest mit diesem auf dem Aquarellpapier. Wie diese Technik funktioniert siehst du zum Beispiel in diesem Tutorial.

Welches Papier für welchen Brushpen?

Ich möchte Lettering mit Watercolor kombinieren

Du hast ein tolles Watercolor Motiv oder einen Aquarellhintergrund erstellt und möchtest anschließend darüber oder darunter ein Lettering setzen? Wichtig: Aquarell funktioniert ausschließlich auf Aquarellpapier. Du brauchst also einen Brushpen mit einer robusten Spitze, der auch das Lettern auf dem Aquarellpapier überlebt. Besonders geeignet dafür ist der Tombow Fudenosuke Brushpen*. Außerdem empfehle ich dir, mattes Aquarellpapier zu verwenden (z.B. Canson Montval*). Dieses hat eine nicht allzu raue Oberfläche und macht das Lettern deutlich einfacher.

Welches Papier für welchen Brushpen?

Zusammenfassend kann man sagen: Es gibt sehr viele mögliche Brushpen-Papier-Kombinationen. Doch wenn du einmal verstanden hast, dass das wichtigste Entscheidungskriterium die Spitze deines Brushpens ist, fällt die Wahl des richtigen Papiers schon viel leichter. Einen Überblick über alle Brushpens inklusive des passenden Papiers findest du wie gesagt in meinem kostenloses Brushpen-Guide, den du dir hier herunterladen kannst.

Ich hoffe, der Blogpost hat dir geholfen, einen guten Überblick zu bekommen.

Jetzt wünsche ich dir viel Freude beim Ausprobieren.

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